LBM 2019 aus Ausstellersicht – Buchstudent unterwegs

Text by Eleonore.

Auch in diesem Jahr waren wir von Buchstudent auf der LBM unterwegs, wenn auch nicht so zahlreich vertreten wie in den Jahren davor. Dafür bekamen wir einen ganz neuen Blickwinkel in die geheimen Tiefen der Messe – denn dieses Jahr war ich zum allerersten Mal nicht als Besucherin oder Bloggerin dort: Dieses Jahr war ich zum allerersten Mal stolze Besitzerin eines Ausstellerausweises.

Als Mitglied (oder „Schwester“) des Nornennetzes, eines Netzwerks zur Förderung von deutschsprachigen Phantastikautorinnen, bekam ich in diesem Jahr die Möglichkeit, als Ausstellerin mit unserem Stand auf die Buchmesse zu kommen. Das bedeutete nicht nur monatelange Planung, die bereits im November startete, sondern auch, dass ich am Mittwoch zusammen mit meiner Nornenschwester Diandra nach Leipzig fuhr, wo wir zusammen mit fünf weiteren Nornen den Stand aufbauten und dekorierten. Das Messegelände ist ein ganz anderer Ort, wenn keine Besucher da sind und sogar die Autos in die Hallen fahren dürfen, damit es keine Schlepperei gibt.
Nachdem wir schließlich um 20 Uhr kurz vor knapp fertig wurden, ging es für die anderen Nornen in die Nornen-WG, mich hingegen verschlug es zu einer alten Freundin aus Studienzeiten, die sich freundlicherweise bereit erklärt hatte, mir für die paar Tage Asyl zu gewähren.

Das Aufbauteam des Nornennetzes auf der Leipziger Buchmesse 2019
Das Aufbauteam des Nornennetzes auf der Leipziger Buchmesse 2019: (von links) Diandra Linnemann, Elenor Avelle, Anne Zandt, Nike Leonhard, Holly Miles, Eleonore Laubenstein und Barbara Weiß

Am nächsten Tag ging es natürlich dementsprechend früh los. Letzte Einkäufe mussten getätigt werden, Last-Minute-Dekoreparaturen am Stand wurden diskret vorgenommen, bevor die ersten Besucher die Hallen füllten. Obwohl mein Standdienst offiziell erst um 17 Uhr begann, war ich an diesem Tag schon früher da, weil ich mit drei anderen Nornen, Barbara „BlueSiren“ Weiß, Michelle Janßen und Anne „Poisonpainter“ Zandt, um 16 Uhr eine Talkrunde zum Thema Diversität auf der Leseinsel Phantastik 2 hatte. Und eins kann ich euch verraten: Wir alle waren extrem nervös. Was, wenn wir uns verhaspeln? Was, wenn wir nur Unsinn von uns geben? Tatsächlich lief alles mehr als gut, auf Twitter wurden wir zitiert und fleißig geteilt, auf Instagram tauchten wir in verschiedensten Storys auf. Zugegeben, mit einer solchen Resonanz hatte keine von uns gerechnet. Aber es hat uns gezeigt, dass Diversität immer noch ein hochaktuelles Thema ist, das keinesfalls erschöpft ist.

Tag Zwei begann nicht weniger früh und auch nicht weniger verschlafen. Nachdem ich mir das Messeoutfit des Tages zusammengesucht hatte, begab ich mich wieder in die Tramlinie 16 Richtung Messegelände. Erstaunlicherweise war es gar nicht so voll, wie ich befürchtet hatte. An der Garderobe machte ich jedoch schamlosen Gebrauch von meinem Ausstellerausweis und drängelte mich vor. Noch einer der Vorteile eines Ausstellerausweises: kein langes Warten an Schlangen und kostenlose Nutzung der Garderobe. Auch an diesem Tag war wieder viel Trubel, aber ich nutzte die Zeit vor meinem Standdienst, um für Buchstudent durch Halle 2 zu touren und mir die Verlage anzusehen, die dieses Jahr auf der Messe waren. Viele bekannte Gesichter, viele Kleinverlage, die wir euch bereits in den letzten Jahren vorgestellt haben, waren darunter. Manche fehlten und ein paar waren neu dabei. Welche wir uns schließlich für die Verlagsvorstellungen rausgepickt haben, erfahrt ihr ganz bald!

Am Samstag tauchte ich um elf Uhr morgens am Stand auf, weil ich der festen Überzeugung war, dass meine Lesung bereits um 12 Uhr sein sollte. Vorher machte ich noch einen Abstecher in die Halle 5, wo ich bei der Edition Wannenbuch vorbeischaute, die wir euch schon in vorherigen Beiträgen vorgestellt haben und die auch bei unseren Buchstudent Awards teilnehmen. Verleger Jens Korch freute sich, eine Buchstudentin an seinem Stand zu begrüßen, ich durfte zwei Badeentenkekse abstauben, die selbstgebacken und unglaublich lecker waren, und bekam noch einen Kalender mit lauter kuriosen Feiertagen geschenkt. Der steht jetzt übrigens auf meinem Schreibtisch und erinnert mich daran, dass am 1.11. der Tag des Einhorns ist. Jetzt wisst ihr auch Bescheid!

Eleonore mit Verleger Jens Korch (Edition Wannenbuch) und gelber Ente
Eleonore mit Verleger Jens Korch (Edition Wannenbuch) und Ente

Schließlich, nach einem kurzen Abstecher bei Cressida Cowells Lesung (das ist die, die die Buchreihe Drachenzähmen leicht gemacht geschrieben hat, auf der die Filme basieren), fand ich mich wieder an unserem Stand ein, wo ich irgendwann feststellte, dass ich eine ganze Stunde zu früh war und meine Lesung erst um 13 Uhr stattfand. Die liebe Diandra entführte mich auf eine Stresspommes nach draußen und gab mir einen Peptalk („Denk daran, wenn du das vergeigst, denken die alle, wir sind mega schlecht, und kommen nicht mehr wieder. Aber kein Stress!“), bevor ich dann als erste bei uns am Stand meine Lesung abhielt. Abgesehen davon, dass ich – wie immer – ein wenig zu schnell gelesen hatte, lief alles super, es blieben tatsächlich auch ein paar Leute am Stand stehen zum Zuhören, und anschließend ging es für mich mit Anna ganz spontan noch zum Bloggertreffen vom Acabus Verlag (den wir euch im letzten Jahr vorstellten).

Obwohl ich dank eines schönen Essens im Restaurant und eines zusätzlichen Spieleabends im Anschluss erst um drei Uhr nachts ins Bett kam, schaffte ich es irgendwie dennoch, mich am Sonntag um sieben Uhr morgens aus dem gemütlich warmen Bett zu schälen und mich ein letztes Mal, meine schmerzenden Füße ignorierend, in Richtung Messe aufzumachen. Nachdem ich um 12 Uhr mit meinem Schichtdienst am Stand der Nornen fertig war, ging es für mich noch einmal kurz zu Wannenbuch, wo ich mir drei neue Wannenbücher besorgte. Danach machte ich einen erneuten Rundgang durch die Kleinverlage, bevor ich mit hängendem Magen und in Begleitung von Anna und einer gemeinsamen Freundin in Richtung Glashalle tingelte auf der Suche nach etwas Essbarem. Die ganzen tollen Cosplays lenkten uns zwar immer wieder von unserer Mission ab („kann ich ein Foto von dir machen?“), aber schließlich schafften wir es doch, für jede von uns eine Tüte Pommes zu  ergattern.

Gesammelte Goodies von der LBM 2019
Gesammelte Goodies von der LBM 2019

Als ich mich schlussendlich um fünf Uhr von allen Nornen verabschiedete und die Messe verließ, war ich doch sehr melancholisch. Auf Twitter tauschten wir „ich vermisse euch!“-Heulmemes aus, jammerten herum, warum es denn jetzt schon vorbei sei, und quengelten, dass die nächste LBM noch so lange hin sei. Als hätten wir alle vergessen, was für ein Stress die Vorbereitung war, wie anstrengend die letzten Tage waren und wie sehr uns allen die Gliedmaßen wehtaten. Aber tatsächlich war bei uns allen der Abschiedsschmerz groß und auch jetzt sind wir schon voll dabei, für die kommende LBM zu planen. Wenn ihr also in diesem Jahr keine Gelegenheit hattet, am Stand des Nornennetzes vorbeizuschauen, dann klappt es vielleicht im nächsten Jahr.

Wir von Buchstudent sind definitiv wieder dabei!

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