Von (Super-)Heldinnen und (Super-)Helden – Oscars 2019

Text by Anna.

Bevor die diesjährigen Oscars überhaupt begannen, waren sie mal wieder in aller Munde. Normalerweise ist das nichts Ungewöhnliches, doch seltsame Neuigkeiten kamen in den letzten Monaten immer wieder durch und ließen einen immer skeptischer werden. Sei es nun die Idee einer neuen Kategorie für„Best Popular Film“ oder die Idee, einige der Verleihungen in die Werbepausen zu verlegen. Nach dem Medienrummel schließlich um Kevin Hart und die Entscheidung, die ganze Show ohne Host zu machen, dachte ich, dass sie jetzt endgültig den Verstand verloren hätten. Die diesjährigen Oscars unterschieden sich in vielerlei Weise von den Vorgängern – und das nicht immer positiv.

Zunächst der stetige Zeitdruck, der schon früher immer wieder vorherrschte, aber diesmal noch einmal alles übertraf. Die gesamte Show fühlte sich hastig und aus dem Kontext gerissen an. Das ganze gipfelte für mich in dem Moment, als während einer der Reden auf der Bühne einfach das Licht ausgemacht wurde und die Gewinner nach einem schnellen Kamerawechsel von der Bühne gescheucht wurden.  Einer der Gründe für meine Verwirrung mag unter anderem sein, dass kein Host vorhanden war und ich Jimmy Kimmel schmerzlich vermisst habe. Dadurch habe ich an dieser Stelle aber kein schlechtes Gewissen, wenn ich im Rest des Beitrages die Highlights des Abends nur in kurzen zusammenhanglosen Absätzen zusammenfasse. Alles im Geiste der Oscars.

Mit zehn Nominierungen und drei Siegen (unter anderem Beste Regie) war Roma als mexikanischer Film eines der großen Themen des Abends. Zu sehen, dass ein fremdsprachiger Film solch eine Leistung vollbringen kann in den sonst sehr konservativ englisch gehaltenen Oscars, war großartig und schafft hoffentlich Inspiration für weitere große Filme abseits von Hollywood.

Bohemian Rhapsody war einer meiner Favoriten und besonders gefreut habe ich mich über Rami Maleks Sieg in der Kategorie Bester Hauptdarsteller. Seine Performance als Queen-Sänger Freddie Mercury war genial und der Sieg damit redlich verdient. Die Oscars in den Kategorien Best Sound Editing, Best Sound Mixing und Best Film Editing gingen ebenfalls an Bohemian Rhapsody und machten ihn damit zum Film mit den meisten Oscars an diesem Abend.

Olivia Coleman gewann für The Favorite den Oscar als Beste Hauptdarstellerin und verzauberte das Publikum mit einer der niedlichsten Reden, die ich je bei den Academy Awards gesehen habe.

Bester Film ging zu meiner großen Überraschung an Green Book, da ich an dieser Stelle mit anderen Nominierten gerechnet hatte und Green Book nicht mal in meinen Top Drei war.

Das Beste des Abends war jedoch für mich Black Panther. Ganze drei von sieben Oscars brachte Black Panther nach Hause. Zwar reichte es nicht für Bester Film, aber alleine die Nominierung zum solchen machte ihn zum ersten Superheldenfilm, der dies erreicht hat, und zeigt, dass wir definitiv keine Kategorie „Bester Populärfilm“ brauchen, da die Blockbuster langsam aber sicher die traditionellen Kategorien erobern.

Aber nicht nur Black Panther wurde von Marvel dieses Jahr ins Rennen geschickt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren hat nicht Disney Bester Animationsfilm gewonnen, sondern Spiderman: Into the Spiderverse. Damit hat er sich gegen Wreck It Ralph Breaks the Internet und The Incredibles tapfer geschlagen.

Infinity War ging in seiner einzigen Nominierung zwar leer aus, aber alleine die Tatsache, dass drei Marvelfilme mit ganzen neun Nominierungen und vier Siegen durch die Oscars gingen, hat mich mächtig stolz gemacht, ein Nerd zu sein, und das Tränchen bei Stan Lees In Memoriam-Auftritt ließ sich dann nicht mehr ganz so einfach unterdrücken. Kleiner Scherz. Ich hab geheult wie ein Schlosshund.   

Alles in allem waren die Oscars wieder schön mit anzusehen und kleine Veränderungen lassen die Hoffnung aufkeimen, dass selbst in der traditionsliebenden Academy Superhelden einmal den Abend regieren können. Egal ob sie nun echte Menschen sind oder nur Vorbilder auf der Leinwand.

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