„Save Me“ – Mona Kastens neue Reihe mit TV-Serien-Potenzial

Text by Ronja.

Ruby hat nur ein Ziel: Nach ihrem Abschluss an der Oxford Universität Politik und Philosophie studieren.
Ihre Strategie: Während der Schulzeit an der Elite-Privatschule Maxton Hall so unauffällig wie möglich bleiben. Denn mit den ganzen Sprösslingen reicher Familien, ihren Partys, Alkohol und Drogen will sie auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden.

James ist da so ganz anders. Als Erbe des besten Herrenausstattungsunternehmens Englands liegt ihm die Welt zu Füßen. Er scheint die Macht zu genießen, die ihm der Ruf seiner Familie verleiht, und gilt als der König der Schule.
Ruby wäre ihm niemals aufgefallen, hätte sie nicht versehentlich etwas beobachtet, das um jeden Preis geheim bleiben muss …

Neue Reihe in drei Bänden

So in etwa lässt sich Mona Kastens neue Reihe bestehend aus den Bänden Save Me (erschienen am 23.02.18), Save You (25.05.18) und Save Us (31.08.18) anteasern.
Wie in einem vorherigen Beitrag bereits angekündigt (siehe „Begin Again“ – Mona Kasten überzeugt mich mit ihrer Liebesroman-Reihe) habe ich beschlossen, die junge deutsche Erfolgsautorin Mona Kasten weiter im Auge zu behalten.

Jetzt hat sie mit Save Me den Auftakt zu einer neuen Reihe herausgebracht und ich habe auch dieses Buch wieder innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Im Gegensatz zum Setting an einem amerikanischen College wie in der Again-Reihe spielt diese Neuerscheinung allerdings an einer teuren Privatschule in England.

„Gossip Girl meets Gilmore Girls“

Als eine Kollegin mir den Inhalt als „Gossip Girl meets Gilmore Girls“ beschrieb, dachte ich zwar, dass es cool klingt, konnte mir zunächst aber nicht besonders viel unter dieser Kombination vorstellen. Nachdem ich es nun jedoch selbst gelesen habe, ist mir klar geworden, was sie meinte:

Die Protagonistin Ruby erinnert mit ihrem Traum vom Studium an einer großen Universität und ihrer liebevollen Familie an Rory von den Gilmore Girls – obwohl Ruby mir persönlich viel sympathischer ist als Rory.
Der Alltag an der Maxton Hall mit den ganzen reichen Kindern einflussreicher Familien erinnert wiederum eindeutig an die Schüler von der Upper East Side in Gossip Girl.

Theoretisch ist es also kein besonders innovatives Konzept: Ehrgeiziges Mädchen aus normaler Familie und reicher Schnösel entdecken, dass mehr hinter der Fassade des jeweils anderen steckt und sie sich eigentlich doch ganz gut verstehen.
Dazu dann noch eine große Prise Drama von Seiten der reichen, anspruchsvollen Familie des männlichen Protagonisten und die Buchreihe mit Potenzial für eine TV-Serie ist fertig.

Charaktere zum Mitfühlen

Obwohl die Gesamtsituation natürlich nichts ist, womit ich mich identifizieren kann – ich bin schließlich weder Top-Schülerin an einer  Elite-Schule, noch habe ich superreichen Eltern – hat Mona Kasten es geschafft, dass es immer mal wieder kleine Momente gab, in die man sich gut hineinversetzen konnte.
So konnte ich es zum Beispiel richtig gut nachvollziehen, als Ruby beschreibt, wie unglaublich befriedigend es ist, einen Punkt auf einer To-Do-Liste abzuhaken. Meine Listen sind zwar längst nicht so ordentlich und kreativ wie ihr Bullet Journal, aber das Prinzip war mir durchaus nur allzu vertraut.
Wenngleich ihre Zielstrebigkeit stellenweise etwas einschüchternd erscheint, war es in gewisser Weise auch inspirierend, mit wie viel Energie und Entschlossenheit sie ihre Träume verfolgt, ohne dabei rücksichtslos oder egoistisch zu werden.

Das Verhalten des männlichen Hauptcharakters James ist dagegen viel schwieriger nachzuvollziehen. Obgleich sich schnell herausstellt, dass er eigentlich gar nicht so schlimm und arrogant ist, wie es zunächst scheint, bleibt er eine schwierige Person.
Als Leser erfährt man zwar, welche Auslöser es für sein Verhalten gibt, und fühlt an vielen Stellen auch mit ihm, aber manchmal möchte man ihn auch einfach schütteln und ihm etwas mehr Verstand einbläuen.

Eine Story über mehrere Bände

Wahrscheinlich ist diese Komplexität der Figuren auch der Grund, warum die Maxton-Hall-Reihe nicht so aufgebaut ist wie Begin Again, Trust Again und Feel Again. In diesem Fall geht die Story von Ruby und James nämlich weiter und die einzelnen Bände befassen sich nicht mit immer wieder neuen Hauptcharakteren.

Als ich das festgestellt habe, fühlte ich mich ziemlich ertappt, weil ich beim Lesen schon die ganze Zeit überlegt hatte, um wen es wohl in den nächsten Teilen gehen könnte, denn auch bei den Nebencharakteren gäbe es noch viel Potenzial.

Empfehlenswerte Neuerscheinung mit sympathischem Schreibstil

Obwohl dieser Roman also ganz anders war als die Again-Reihe, hat Mona Kasten es erneut geschafft, mich komplett zu fesseln. Allein der Vergleich des Worts „dick“ mit der Angst davor, den Namen „Voldemort“ auszusprechen, hat sie mir unglaublich sympathisch gemacht.
Ihr lockerer Schreibstil war wieder sehr angenehm zu lesen und ihr Humor brachte mich immer wieder zum Schmunzeln.

Ich kann nach dieser erneuten Kostprobe ihrer Schreibkünste also offen zugeben, dass ich mit ihr eine relativ neue, deutsche Autorin gefunden habe, der es gelungen ist, mich einem Genre näherzubringen, das in meinem Regal bisher nicht viel Platz hatte.

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