Ein Fest für Nerds – die erste Ausgabe der CGC in Leipzig

Text by Niklas.

Der nasskalte November hatte in Leipzig dieses Jahr ein kleines, aber feines Debüt für die lokale Nerd-Szene zu bieten: Die erste Auflage der CGC – das kleine Leipziger Nerdfest, organisiert vom engagierten Team von Nerdzig. Einen Tag lang drehte sich in der Stadtbibliothek alles rund um Comics, Games und Cosplay. Ein phänomenaler Erfolg.

Nerdzig wer?
Im Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft an der HTWK Leipzig erwartet den fleißigen Studi im fünften Semester ein Pflichtpraktikum. Zurecht als ungewöhnlich bezeichnet werden darf wohl die Wahl meiner Kommilitonin Sarah und mir, dieses bei Nerdzig zu absolvieren. Ich beschreibe dieses Projekt gern als eine Art „Embryo wie Rocketbeans kurz vor der ersten Zellteilung“. Bei Nerdzig finden geneigte Leser, Zuschauer und Hörer Blogbeiträge, Rezensionen, Podcasts und Videos rund um unser liebstes Hobby. Ein breites Potpourri aus nerdiger Unterhaltung, das nun aus dem Schatten einer kleinen, eingeschworenen Community ans Licht treten sollte – mit einem Event für die Leipziger Nerd-Szene.

Hinter den Kulissen
Bei Nerdzig paaren sich fanatisches Hobby-Engagement mit der dazugehörigen Portion an spontanem Chaos. Für meine BWL-gestählte Kommilitonin und mich bedeutete das im Vorfelt der Con eine emotionale Achterbahnfahrt: Denn gerade für die Werbung so wichtigen Terminplänen begegneten unsere geschätzten Kollegen mit schulterzuckender Gelassenheit, dafür stampften sie fantastisches Artwork innerhalb von Minuten auch noch tief in der Nacht aus dem Boden. Wie bei solchen Events allgemein üblich, wendete sich innerhalb der letzten Tage und Stunden natürlich doch noch alles zum Guten, sämtliche Drucksachen waren da und sogar alle 30 Fachschaftsräte der Uni persönlich mit Werbung versorgt – hechel. So lernt man zumindest Leipzig kennen. Außerdem ließen wir ausgiebig unsere weit verzweigten Kontakte in der Medienbranche, lokalen Geschäften und Hochschulgremien spielen, damit nur ja jeder Nerd in Leipzig und Umgebung von diesem einmaligen Ereignis erfuhr.

Nicht drängeln!
So geschah es, dass all unsere Erwartungen vollkommen übertroffen wurden. Wir rechneten schüchtern mit ein paar Hundert zurückhaltenden Schaugästen, die sich durch Regen und Nebel zur Stadtbibliothek trauen würden – und bekamen einen gerammelt vollen Oberlichtsaal mit über tausend begeisterten Besuchern, die tatsächlich den ganzen Tag bei uns weilten. Viele hatten sich noch ganz spontan entschlossen und gleich kräftig in Schale geschmissen. Fast mehr verkleidete Cosplayer als „normale“ Menschen füllten die Hallen und bereicherten unseren Cosplay-Catwalk ungemein. Dank wenig monetärem Interesse erfreuten sich alle einer gelösten, fröhlichen Stimmung – eine Con von Fans für Fans, ohne Eintritt oder Bezahlschranken für bestimmte Bereiche.

Stars & Sternchen
Natürlich wurde auch einiges geboten. Auf der Bühne liefen rund um die Uhr Panels, Interviews und Wettbewerbe. Von Mangaka-Stargast Natalie Wormsbecher über das prall gefüllte Teilnehmerfeld des Cosplay-Catwalks bis zum dramatischen Finale von unserem Nerdquiz gab es immer etwas zu bestaunen! Die Flaniermeile glänzte unterdessen mit 14 Künstlertischen und vier lokalen Aktions-Ausstellern – Der Manga-, Anime- und Japan-Verein DeDeCo e.V. aus Dresden beehrte uns, aber auch die Spielbrettstrategen von Tabletop Sachsen e.V. und die Gaming Fraktion mit e-Jousting LE sowie dem VR-Café boten den Besuchern einen nerdigen Themenpark zum Ausprobieren, Fragen stellen und Mitmachen. Im Grassisaal zwei Etagen weiter unten boten außerdem Workshops und unser Con-Fotograf Patrick Stech weitere Möglichkeiten, sich zu beteiligen und das kreative Outift ablichten zu lassen. Fürs leibliche Wohl sorgte unser Maid-Café, dessen freundlich-bestimmte Sticker auf den Essenstüten mit gestrengem Eulenblick zum Probieren ermutigten.

Sehen & gesehen werden
Doch das größte Highlight waren natürlich unsere Besucher selbst – aufwendig kostümiert, auch aus dem fernen Halle herangereist und den Nachwuchs im Gepäck, sorgten sie für ein lautes, buntes Treiben. Schneller als wir selbst darüber nachdenken konnten, wurden wir bereits mit Fragen nach einer Neuauflage im nächsten Jahr belagert – gegen die wir uns angesichts des großen Erfolgs wohl kaum wehren werden! Ebenso wie die hochzufriedenen Mitarbeiter der Stadtbibliothek, deren reibungslose Organisation uns den Rücken stärkte, um uns abseits verzweifelter Location-Suche kreativ in die Ausgestaltung der CGC zu stürzen. Schließlich hatten wir, bei all dem Aufwand, von der ersten Idee an nur drei Monate Zeit gehabt. Dafür lief das Event um Längen besser, als ich es schon bei diversen Veranstaltungen an meiner Hochschule erlebt habe. Beeindruckend, was mit purem Engagement und Begeisterung erreicht werden kann.

Bis zum nächsten Jahr!

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