Ready Player One

Text by Reni.

Drei Schlüssel öffnen der Tore drei,
Und wer sich als würdig erweist dabei,
Muss alsbald auf sein Geschick sich besinnen,
Will er das „Ende“ erreichen und den Preis gewinnen.

In der Nacht, in der der Entwickler des Massively Multiplayer Online Game OASIS James Halliday stirbt, taucht auf dessen Webseite eine Einladung zu einer Easter Egg Jagd auf, die einzigartig ist. Der Gewinner erhält nicht nur 240 Mrd Dollar, er gewinnt auch eine Mehrheitsbeteiligung an Hallidays Unternehmen. Nur wer die drei Schlüssel findet, die Halliday in seiner OASIS versteckt hat, und der die Tore meistert, erhält den Preis, den so viele sich ersehnen.
Wir schreiben das Jahr 2045. Die Menschheit leidet unter einer anhaltenden Energiekrise, einem katastrophalen Klimawandel, Hungersnot, Armut und Krankheit und einem halben Dutzend Kriege. Wer es sich nicht leisten kann, eine Wohnung in den Großstädten zu mieten oder gar ein eigenes Haus zu besitzen, lebt in den Stacks, Kolonien aus gestapelten Wohnwagen am Rande der Städte. In einem dieser Stacks lebt Wade, der sein Leben lieber in der OASIS verbringt als in der tristen Realität. Er ist einer der Jäger, die seit fünf Jahren in jeder freien Minute die OASIS nach Hallidays Schlüsseln absuchen. Noch keinem ist es bisher gelungen, die Rätsel zu lösen, nicht einmal den Sechsern der Firma IOI, die die OASIS – sollten sie gewinnen – umstrukturieren und nur noch denen zugänglich machen wollen, die dafür bezahlen können.

Ready Player One von Ernest Cline ist eine Hommage an die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Es wimmelt in diesem Buch nur so von Anspielungen auf Musik, Filme, Literatur und andere Elemente aus der Popkultur der 80er sowie Anspielungen auf Konsolen, Computer und Spiele aus dieser Zeit. So begibt sich der Leser gleichzeitig auf zwei Zeitreisen: Eine in die Zukunft und eine zurück in die Vergangenheit, eine Symbiose, die dem Autor sehr gelungen ist.

Die Handlung startet mit einem Rückblick auf Ereignisse, die im Laufe des Buches geschehen werden, und mit dem Wade die Leser in die Geschichte – seine Geschichte – einführt. Danach folgt sie chronologisch den Geschehnissen, immer aus der Sicht von Wade in Ich-Erzählform geschrieben. Im Gegensatz zu weniger gelungenen Ich-Erzähler-Geschichten passt dieser Stil jedoch zum Buch und lässt den Leser tiefer in die Handlung eintauchen, fast wie in einem Videospiel.
Ein Highlight dieses Buches ist die OASIS mit ihren vielen Planeten und Welten. Zugang erhält man zu dieser virtuellen Realität über Brillen und sensorische Handschuhe oder aber, je nach finanziellen Mitteln, über Ganzkörperanzüge. Hat man sich erfolgreich eingeloggt, wird man mit den Worten Ready Player One begrüßt, eine Anspielung auf Videospielautomaten der 80er. Die OASIS ist riesig und beinhaltet eine Vielzahl verschiedenster Welten, zu denen immer wieder neue hinzu kommen. Mit Wades Avatar besucht man nur einige dieser, doch machen schon alleine diese Lust, selbst Zugang zur OASIS zu haben und sie auf eigene Faust zu entdecken.
Die Rätsel der Schlüssel und Tore sind ein weiteres Highlight des Buches. Die Aufgaben fordern ein fundiertes Wissen über die Popkultur und die persönlichen Vorlieben Hallidays von den Jägern ab und die Zeit, die Wade oft benötigt, auf die Lösung zu kommen, lässt dem Leser Spielraum zum selbst mit rätseln. Dafür bekommt man beim aufmerksamen Lesen genügend Hinweise und Hintergrundwissen, sodass man selbst auch auf die Lösung kommen kann.
Einzig die Liebesgeschichte, die in die Handlung eingewoben ist und Wade immer wieder von der Jagd ablenkt, hat mich beim Lesen ein wenig gestört und hätte für mich nicht unbedingt mit rein gemusst, auch wenn sie zum Schluss als Element dafür genutzt wurde zu zeigen, dass die Realität auch ihre Vorzüge haben kann.

Insgesamt ist dieses Buch absolut spannend, sodass man es kaum aus der Hand legen kann, und macht Spaß beim Lesen. Nicht nur für SciFi-Nerds ist dieses Buch empfehlenswert, sondern auch für diejenigen unter euch, die einfach mal wieder ein richtig gutes Buch lesen wollen. Übrigens wurde das Buch gerade von Spielberg verfilmt und wird ab April 2018 in den deutschen Kinos zu sehen sein.

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