Es war einmal… Ein Popup Buch

Text by Anna.

Popup Bücher sind nicht Jedermanns Sache und gerade mit ihrer filigranen Machart überlegt manch einer zweimal, ob man sie wirklich haben muss. Meistens kommt noch hinzu, dass sie wenig Story beinhalten und obwohl sie schnell kaputt gehen, eher für Kinder gedacht sind.
Bei Il était une fois… von Benjamin Lacombe allerdings fiel mein Entscheidungsprozess recht kurz aus, denn wenn der Lieblingsillustrator schon mal ein Popup Buch rausbringt, dann sieht man es sich natürlich mal an.

Die Kunst im Buch:
Gemeinsam mit José Pons hat sich Benjamin Lacombe 2010 drangesetzt, seine Bilder in eine neue Dimension zu holen. Das Popup Buch ist eine ziemlich gute Zusammenfassung seiner Bilderbücher, da einige bekannte Charaktere auftauchen und andere zwar neu sind, sich aber gut in seine Werkauswahl eingliedern.

Insgesamt sind es acht Popups, die aus verschiedenen Märchen und Geschichten stammen:
Blaubart und Pinocchio sind vom Popup Stil her recht ähnlich, wurden aber trotzdem verschieden in Szene gesetzt. Während Pinocchio an eine Theaterbühne erinnert, wurde Blaubarts Bild wie ein morsches Holzbrett inszeniert und der Betrachter in die Rolle des Voyeurs gesteckt.
Däumeline und Madame Butterfly haben beiden eine Leichtigkeit, in der das Papier sanft schaukelt, als würde der Wind leicht durch die Schmetterlingsflügel und Blütenblätter wehen.
Peter Pan und Dornröschen haben den klassischen 3D-Effekt, in dem Big Ben und die Spindel aus dem Bild herausstoßen, während Alice‘ Spielkarten auseinander stoben und Rotkäppchen im Maul des Wolfes sitzt.

Besonders gut haben mir diese Elemente gefallen:

  • Das Märchen von Blaubart und seinen sieben Bräuten ist doch recht unbekannt (aber absolut lesenswert!), darum hat es mich besonders gefreut, es in so schöner Aufmachung anzutreffen.
  • Lacombe ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch seine Alice-Illustrationen bekannt geworden, hier ist allerdings zu bemerken, dass es sich noch um seine alte Alice handelt, in denen sie noch kurze schwarze Haare statt den langen weißblonden hat.
  • Auch Madame Butterfly ist aus einer seiner alten Illustrationen übernommen und durch den Popup Effekt noch lebendiger gemacht worden.
  • Zum Schluss war Dornröschen ein ganz besonderes Highlight für mich, da ich schon lange nach dieser Illustration gesucht habe und einfach nicht wusste, aus welcher Geschichte sie stammt.

Fazit:
Gut ist vor allem, dass dieses Buch komplett ohne Worte auskommt (mit Ausnahme von Titel, Einleitung und Klappentext), da es den französischen Buchmarkt nie verlassen hat und meine Französisch-Kenntnisse nicht über Bonjour, Adieu und fromage hinausgehen.

Einziges Problem waren die teilweise recht steifen Faltungen. So ließ sich der Big Ben zum Beispiel selbst nach mehreren Versuchen in keine ansehnliche Form bringen.
Alles in allem aber ein Muss für jeden Lacombe– und Popup-Fan!

Titel: Il était une fois…
Autor: Benjamin Lacombe
Verlag: Seuil jeunesse

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