Oscars 2017

Text by Eleonore.

„And the Oscar goes to – La La Land!“ Dies war der wohl am häufigsten gehörte Satz diesen Abend im Dolby Theatre in Los Angeles. Kaum verwunderlich, denn mit vierzehn Nominierungen ist das Musical der meistnominierte Film aller Zeiten. Verdient? Definitiv, und sechs gewonnene Oscars sprechen Bände. Aber ob es der Jury auch für den heißersehnten Oscar für „Bester Film“ gereicht hat?

Der Abend begann um 23.20 Uhr auf dem Roten Teppich, wo die schönsten Kleider und peinlichsten Fauxpas ausgiebig diskutiert wurden (unsere Meinungen, und ob wir Red-Moderatorin Viviane Geppert und GNTM-Juror Michael Michalskys Ansichten zustimmen, könnt ihr selbstverständlich auf unserem Twitteraccount nachlesen). ProSieben-Moderator Steven Gätjen interviewte derweil angeregt und gut vorbereitet (und mit vernünftigem Englisch!) die Stars.

Die eigentliche Preisverleihung begann schließlich um 00:40 Uhr. Justin Timberlake eröffnete die Show mit seinem nominierten Song „Can’t Stop The Feeling“ aus dem Animationsfilm Trolls und versetzte das Publikum direkt in eine gute Stimmung, bevor Talkshowhost Jimmy Kimmel die Bühne betrat und erfrischend selbstironisch die Zuschauer durch den Abend führte, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Bereits als im Januar die Nominierungen bekannt gegeben wurden, gab es eindeutige Favoriten, und während der Verleihungen waren es eigentlich immer nur fünf Filmtitel, die man nach der legendären Phrase hörte: „And the Oscar goes to …“.
Deutlich im Fokus standen Filme über Minderheiten, Filme mit einer starken politischen oder gesellschaftlichen Botschaft. Dass ethnische und religiöse Vielfalt ein großes Thema der Oscars war, zeigte sich nicht nur in den (zu recht für herausragende schauspielerische und filmische Leistungen) nominierten Filmen, sondern wurde auch immer wieder von den einzelnen Stars angesprochen.

Dieser Wunsch nach mehr Vielfalt und Offenheit für sensible (Tabu-)Themen war vielleicht mit auch der Grund, weshalb nicht La La Land, sondern Moonlight am Ende den Preis für „Bester Film“ erhielt nach einer wirklich unangenehmen Verwechslungsgeschichte, die aus der Feder eines 90er-Jahre-Seifenoperautors hätte stammen können. Die Parallelen zur Miss-Universe-Wahl vor zwei Jahren sind unverkennbar.
Sieht man jedoch einmal von dem unerwarteten Plottwist am Ende ab, war es ein wirklich unterhaltsamer Abend mit Jimmy Kimmel in Hochform, emotionsgeladenen Dankesreden und einer berührenden Slideshow der im vergangenen Jahr verstorbenen Schauspieler und Filmemacher. Und auch das nach jeder aufgerufenen Kategorie wechselnde Bühnenbild verdient zumindest einen kleinen Ehrenoscar.

Falls ihr auf unserem Twitteraccount den Abend und die Preisverleihungen nicht mitverfolgt habt, sind untenstehend noch einmal alle Gewinner aufgelistet (in umgekehrter Reihenfolge der Bekanntgebungen).

Bester Film: Moonlight
Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone (La La Land)
Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck (Manchester By The Sea)
Beste Regie: Damien Chazelle (La La Land)
Bestes adaptiertes Drehbuch: Barry Jenkins (Moonlight)
Bestes Originaldrehbuch: Kenneth Lonergan (Manchester By The Sea)
Bester Song: „City of Stars“ (La La Land)
Bester Soundtrack: Justin Hurwitz (La La Land)
Beste Kamera: Linus Sandgren (La La Land)
Bester Live-Action Kurzfilm: Sing
Bester dokumentarischer Kurzfilm: The White Helmets
Bester Schnitt: John Gilbert (Hacksaw Ridge)
Beste visuelle Effekte: Robert Legato, Adam Valdez, Andrew R. Jones & Dan Lemmon (Jungle Book)
Bestes Szenenbild: David Wasco & Sandy Reynolds-Wasco (La La Land)
Bester Animationsfilm: Zootopia
Bester animierter Kurzfilm: Piper
Bester ausländischer Film: The Salesman (Iran)
Beste Nebendarstellerin: Viola Davies (Fences)
Bestes Sound-Mixing: Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie & Peter Grace (Hacksaw Ridge)
Bestes Sound-Editing: Sylvain Bellemare (Arrival)
Beste Dokumentation: O.J.: Made In America
Bestes Kostüm: Colleen Atwood (Fantastic Beasts and Where To Find Them)
Bestes Make-up: Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini & Christopher Nelson (Suicide Squad)
Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali (Moonlight)

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