Kubo -Der tapfere Samurai.

Text by Anna.

Wenn ihr blinzeln müsst, dann tut das jetzt. Mit diesen Worten beginnt ein kleiner Junge seine Geschichte voll von Magie, Liebe und Stärke zu erzählen.

Der Film Kubo – Der tapfere Samurai aus dem Hause Universal Studios hat es geschafft sich für die Oskar-Verleihung 2017 in zwei Kategorien zu nominieren.
Die erste Nominierung erhielt er in der Kategorie Bester Animationsfilm. Da muss er sich nicht nur neben den beiden großen Disneyfilmen des letzten Jahres behaupten (Zoomania und Vaiana), sondern auch das bekannte Studio Ghibli geht mit einem recht ungewöhnlichen Film an den Start, Die rote Schildkröte kommt nämlich ganz ohne Sprache aus.
Da ich, bis auf sehr wenige Ausnahmen, kein großer Fan von Stop-Motion-Filmen bin, musste mich gerade Kubo besonders überzeugen.

Aber worum geht es überhaupt?
Kubo (Art Parkinson) ist ein kleiner Junge im feudalen Japan, dessen Großvater (Ralph Fiennes), der Mondkönig, ihm als Baby das linke Auge gestohlen hat. Bei dem Versuch ihn zu beschützen, stirbt sein Vater und seine Mutter wird stark verletzt. Sie schafft es mit ihm zu entkommen und lange Jahre leben sie versteckt. Vor Anbruch jeder Nacht muss Kubo wieder zu Hause sein, denn der Mondkönig sucht noch immer nach ihm und verlangt nach seinem zweiten Auge. Als er ihn jedoch findet, macht Kubo sich auf die Suche nach der Rüstung seiner Vaters, denn nur sie vermag es, ihn vor dem bösen Mondkönig zu beschützen. Auf der Suche helfen ihm der mürrische Affe Monkey (Charlize Theron) und der verwirrte Samurai Beetle (Matthew McConaughey).

Die Geschichte von Shannon Tidle und Marc Haimes ist gut erzählt. Auch wenn ab der Hälfte diverse Handlungswechsel schon zu erahnen waren, schaffte es die Geschichte am Ende doch noch, mich positiv zu überraschen. Dazu kommt als Leitmotiv immer wieder das Zusammenspiel zwischen dem Vergessen von Erinnerungen und dem Erzählen von Geschichten, das mich stark an das Prinzip des Ying und Yang erinnert hat und sich wunderbar in die Handlung eingliedert.

Die zweite Nominierung bekam Kubo für Die Besten visuellen Effekte, und das zu Recht, denn es war vor allem die Kunst, die mich letztlich überzeugte. So tauchen stetig Elemente aus dem Japanischen auf, ohne dabei zu stark in den Vordergrund zu treten. Besonders gut hat mir die wiederkehrende Darstellung des Origami gefallen. Mit seiner Laute kontrolliert Kubo das Papier und erschafft, vom Samurai bis zum feuerspeienden Huhn, die verschiedensten Figuren. In den Geschichten, die er mit Hilfe der Origamifiguren erzählt, erkennt man, wie viel Mühe sich die Filmmacher gemacht haben und wie viel Liebe zum Detail in jeder einzelnen Szene steckt.

Persönliche Highlights:

  • Meine absolute Lieblingsszene war das erste Auftreten der Antagonisten. Ich habe mich sofort in die Kostüme verliebt, vor allem die Masken haben es mir angetan. Die ganze Szene wurde atmosphärisch weiter aufgeladen durch das Friedhof-Setting, auf dessen Fluss die Laternen ausgehen, sodass die gewünschte Gänsehaut nicht lange auf sich warten ließ.
  • Das Schlusslied ist ein Cover vom Beatles-Song While My Guitar Gently Weeps. In der Neufassung wurde er von Regina Spektor performt und ich habe selten einen treffenderen Song gehört, der nicht eigens für den Film geschrieben wurde. Der Text gliedert sich perfekt in die Geschichte ein und lässt einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte fallen. Dazu wurde der Song mit einigen japanischen Elementen so verändert, dass am Ende eine stimmige Version entstand, die sich perfekt in den animierten Endscreen eingliedert.

 

Fazit:
Auch wenn ich zu Anfang ein wenig skeptisch war, hat mich der Film in allen Punkten überzeugt. Musik, Szenenbild und Geschichte vereinen sich zu einem Gesamtkunstwerk, das mit viel Liebe zum Detail erschaffen wurde.
Der Stil ist wunderschön und eine Liebeserklärung an die japanische Kultur.
Ich bin gespannt, ob er es schafft, einen kleinen Goldmann mit nach Hause zu nehmen. Verdient hätte er es auf jeden Fall!

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