Leben in einer Wohngemeinschaft

Text by Inge.

Eigene Wohnung, Studentenwohnheim oder Wohngemeinschaft: Das waren die drei Möglichkeiten,  die ich für meine neue Unterkunft in Leipzig hatte. Den Traum von den eigenen vier Wänden musste ich dabei sehr schnell verwerfen, da ich einfach keine Gelegenheit hatte, für die Besichtigungen nach Leipzig zu fahren; das Studentenwohnheim schien zwar ideal, doch die Beschränkungen wirkten für mich zu einschneidend in meiner Freiheit, also entschied ich mich für eine WG.

Auf den einschlägigen Internetseiten ist das Angebot schier  endlos vielfältig: Wieviele Mitbewohner, reine Frauen- oder Männer-WGs, nur zur Zwischenmiete oder langfristig, kleines oder großes Zimmer, Party- oder Zweck-WG?
Das Schöne ist, dass in den meisten Angebotstexten bereits viele Informationen über die zukünftigen Mitbewohner stehen und man schon so einen ersten Eindruck gewinnen kann. Vorteilhaft für mich war, dass die meisten WGs auch bereit waren, statt eines klassischen Gesprächs bei Kaffee und Keksen auch mit mir über Skype zu plauschen. Dabei konnte man sich gegenseitig noch ein bisschen mehr ausfragen und kennenlernen, was ein klarer Vorteil gegenüber einem Studentenwohnheim in meinen Augen ist, denn so würde ich nicht auf gut Glück mit Wildfremden zusammenziehen, sondern im Idealfall mit Freunden.
Dank der Skypegespräche habe ich auch einen guten Eindruck von den verschiedenen Arten des WG-Lebens bekommen. Es gibt zum einen die ruhigen WGs, bei denen vor allem auf die Einhaltung der Privatsphäre geachtet wird und man sich maximal am Morgen in der Küche über den Weg läuft. Das andere Extrem sind WGs, bei denen man ständig Sachen unternimmt und die Türen nie geschlossen werden. Ich selbst brauche definitiv einen gesunden Mittelweg, damit ich mich zwar auf mein Studium konzentrieren kann, aber dennoch nicht vereinsame.

Der andere Faktor, der mir erst im Nachhinein aufgefallen ist, war die größere Verantwortung, die man in einer WG bekommt. Denn was man im Studentenwohnheim alles auf einmal zahlt, muss man in der WG selber organisieren und sich mit den Versorgern herumschlagen: Was ist gerade der günstigste Stromanbieter? Welcher Telefonanbieter ist der richtige für unsere Bedürfnisse? Und was will unser Vermieter schon wieder von uns?
Das alles können Fragen sein, die man sich direkt nach dem Einzug stellen könnte, wenn man als neuer Mitbewohner für einen der Verträge verantwortlich ist. Oft kommt man als Neuling allerdings in eine bestehende WG und wird im Idealfall von den WG-Ältesten langsam in die Materie eingeführt. Das bedeutet aber nicht, dass man sich zurücklehnen kann: Alles, was in einer WG kaputt geht, muss man schließlich selber ersetzen und man kann dafür nicht einfach nur den Hausmeister anrufen. Ein bisschen Geld auf der hohen Kante für Reparaturen und Neuanschaffungen zu haben, schadet also nicht.

Generell ist das Leben in einer WG aber sehr entspannt, solange man mit Gleichgesinnten zusammenwohnt. Und wenn es doch einmal nicht passt: Keine Sorge, die meisten WG-Untermietverträge sind schnell gekündigt,  und man sucht sich etwas Neues – oder wartet ab, bis die anderen ausziehen.

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