Papierverzierer Verlag – Alles fantastisch

Text by Ronja.

Wir haben erneut einen interessanten kleinen Verlag für euch ausfindig gemacht und befragt. In diesem Interview mit dem Verleger von Papierverzierer, Schemajah Schuppmann, ging es uns vor allem um die Entstehungsgeschichte und das Programm des Verlags sowie den Beruf des Verlegers im Allgemeinen.

Wann, wie und mit welchem Ziel wurde Ihr Verlag gegründet? Mit wie vielen Mitarbeitern haben Sie begonnen und wie viele sind es inzwischen?
März 2013 wurde der Verlag gegründet. Ich habe damit alleine begonnen und bin auch immer noch alleine. Ja, nun gut, ich habe etwas freiberufliche Unterstützung, das kann ich zugeben.

Haben Sie bestimmte Ansprüche bzw. Kriterien bei der Auswahl der Bücher für Ihr Verlagsprogramm?
Die Bücher müssen in jedem Fall fantastisch sein. Und am liebsten habe ich Geschichten im Programm, die ich so noch nicht gelesen habe. Klar gibt es das eine oder andere Buch, bei dem man sagen kann „Das ist wie …“ oder „Das erinnert mich an …“, aber im Großen und Ganzen darf die Geschichte so neu erzählt sein, dass sie mich immer noch begeistert und mitreißt. Ich will nicht genau wissen, was auf der nächsten Seite passiert.

Auf Ihrer Internetseite sagen Sie, dass alle Exposés, die Ihren Vorgaben entsprechen, gelesen werden. Wie viele Manuskripte bekommen Sie monatlich zugeschickt und machen diese unverlangt eingesandten Geschichten einen großen Teil Ihres Programms aus?
Wir bekommen täglich um die 10 Manuskripte eingeschickt und diese machen auch einen Teil der Bücher aus, die wir veröffentlichen. Ja, ich lese in jedes Manuskript hinein. Das tue ich wirklich. Aber auf der Internetseite schreiben wir auch explizit, dass wir nicht auf alle Einsendungen antworten. Denn das frisst wirklich sehr viel Zeit.

Sie haben ein breites Spektrum verschiedener Arten von Phantastik im Angebot. Fokussieren Sie sich auf ein bestimmtes Genre oder möchten Sie alle gleichermaßen ausbauen?
Nein, das Angebot wird natürlich auch von der Nachfrage bestimmt. Aber da jeder andere Geschichten mag, lässt sich nicht ganz pauschal sagen, welches Genre innerhalb der Phantastik nun gar nicht geht. Trotzdem gibt es von dem einen mehr und von dem anderen weniger.

Wie gestaltet sich der Berufsalltag eines Verlegers?
Der Tag beginnt mit Kaffee und dem ersten Überprüfen von E-Mails. Und bereits da kann es sein, dass der Tag in ganz unterschiedliche Richtungen abdriften kann. Ich spreche mit Händlern, Handelsvertretern, Plattformen – oder ich sitze ganz einfach an einem Manuskript und bereite es für seine Leser auf. Man weiß nie, wie der Tag wirklich abläuft. Wichtig sind zumindest ein paar grobe Pläne.

Welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, und gibt es einen besonders vorteilhaften Ausbildungsweg, um Verleger zu werden?
Man sollte auf jeden Fall lieben, was man tut. Das gilt sicherlich für viele Berufe. Aber ich denke, dass man das als Verleger einfach noch mehr braucht. Ich muss die Geschichten lieben, die ich da lese, ich muss einen ordentlichen Geschäftssinn mitbringen, mich für immer neue Medien begeistern können und muss auch einen Sinn für Ästhetik mitbringen. Anders geht das nicht.
Es gibt Studiengänge, wie zum Beispiel Fachhochschul- oder Universitätsstudium der Verlagswirtschaft oder -herstellung, der Buch- oder Medienwissenschaft oder ein Buchhandels-Studium. Oder man steigt über kulturwissenschaftliche Studiengänge, wie Germanistik ein. Oder man tut dies über ein entsprechendes Wirtschaftsstudium.
Das kann man alles machen. Inwieweit einen das aber zum Verleger qualifiziert, lässt sich nicht hundertprozentig sagen. Ich denke, ab da muss man wieder mit dem Thema anfangen: hey, mir muss das ganze Spaß machen.

Welchen Tipp würden Sie jungen Leuten in der Ausbildung geben, die unbedingt Verleger werden wollen?
Wollt ihr das wirklich? Nee, Spaß beiseite. Wenn ihr das wirklich wollt, dann schaut euch an, was man alles braucht, um ein vernünftiges gedrucktes Buch in einer Buchhandlung zum Verkauf angeboten zu bekommen. Und damit meine ich nicht nur Vertriebswege, sondern auch Buchbindung, -satz, Handelskalkulationen, Textarbeit und künstlerische Gestaltung. Und wenn ihr von alldem Ahnung habt, dann habt ihr das Zeug zum Verleger.

Danke, Herr Schuppmann, für die tollen Antworten und viel Erfolg für die Zukunft!

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2 Gedanken zu „Papierverzierer Verlag – Alles fantastisch

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