Leben allein in einer eigenen Wohnung

Text by Reni.

Eigene Bude – eigene Regeln – vollkommene Freiheit! Oder etwa doch nicht? Welche Vorteile hat es, alleine zu leben und welche Nachteile muss man in Kauf nehmen?

Seit ich zuhause ausgezogen bin, habe ich alles mögliche ausprobiert in Sachen Wohnen. Ich habe im Wohnheim gewohnt, bin dann in eine WG gezogen und seit ich in Leipzig lebe, wohne ich allein. Warum ich mich für eine eigene Wohnung entschieden habe? Eigentlich aus praktischen Gründen: Für die WG hatte ich Möbel gekauft und die hätte ich jetzt irgendwo unterbringen müssen, wenn ich ins Wohnheim gezogen wäre. In eine WG werde ich nur noch mit Leuten ziehen, die ich kenne und mag. Da blieb zum Schluss nur noch eine eigene Wohnung, was aber bei den Mietpreisen in Leipzig nicht wirklich ein Problem war. Je nach Stadtteil steigen die Mietpreise, doch da wir als Studenten sowieso einen Studentenausweis haben, der gleichzeitig auch Tramticket ist, kann man relativ flexibel auswählen, wo man hinziehen möchte.
Ich wohne in der Nähe der verrufenen Eisenbahnstraße in einem der billigsten Stadtteile im Leipziger Zentrum (in nur 5 Minuten ist man mit der Tram am Bahnhof und im Innenstadtring). So schlimm, wie der Ruf dieses Viertels ist, sieht die Realität allerdings nicht aus. Neustadt-Neuschönefeld ist ein buntes Stadtviertel mit vielen verschiedenen Nationalitäten (überwiegend orientalisch), was sich vor allem in den kleinen Läden und Imbissen auf der Eisenbahnstraße widerspiegelt. Natürlich läuft man ab und zu in eine Razzia rein, aber normalerweise ist es hier ruhig. Vor allem in den Nebenstraßen merkt man davon nichts mehr – hier leben viele Familien, Kinder spielen auf der Straße und Studenten relaxen in den Hinterhöfen oder auf den Balkonen. Gerade werden auch sehr viele Häuser renoviert und neuer Wohnraum entsteht.
Ich selbst bewohne eine 2-Raum-Wohnung für unter 300 €, ein Mietpreis, für den ich in anderen Stadtteilen gerade so eine normal große 1-Raum-Wohnung bekomme. Die Erstanschaffung vieler Möbel habe ich damals etwas unterschätzt und war dann doch sehr überrascht, wie viele Möbel ich anfangs benötigte – mit 500-1.000 € sollte man schon rechnen. Auch muss man natürlich die Kaution selbst tragen, Strom- und Heizkosten ebenfalls, sowie Internet und Sonstiges. Der Vorteil ist allerdings, dass alles mir gehört. Ich konnte mich einrichten, wie es mir gefällt und musste nicht mit den Möbeln im Wohnheim leben, die nicht immer wirklich schön sind. Auch habe ich meine Ruhe und kann meine Unordnung überall herumliegen lassen, ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen. Wenn ich Gesellschaft will, lade ich meine Freunde ein und habe auch genug Platz, alle unterzubringen.
Trotzdem kann es einem doch schon sehr einsam werden, wenn man alleine wohnt. Aus diesem Grund wohne ich seit letztem Jahr mit meiner Miez Luna zusammen, was im Wohnheim verboten und in einer WG schwierig gewesen wäre. Der Vorteil an einem pelzigen Mitbewohner: Man ist nicht allein und jemand freut sich, wenn man nach Hause kommt.

Alleine zu Wohnen ist also für jeden etwas, der seine Ruhe und seine eigene Freiheit braucht und nicht immer Gesellschaft. Seine eigene Wohnung zu haben bedeutet aber auch mehr Verantwortung und mehr Kosten. Wen das aber nicht stört, für den ist dieser Lebensstil gerade richtig.

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