Leben im Einzelapartment im Studentenwohnheim

Text by Ronja.

Klischees und romantische Vorstellungen beiseite, Wohnheime sind nicht das, was man sich vielleicht vorstellt, wenn man amerikanische Filme guckt.
Es steigt nicht jede Nacht eine Party, es kennt nicht jeder jeden und allgemein ist es wesentlich anonymer, als man es sich ausmalt.

Ein Einzelapartment in einem Wohnheim heißt, dass man eine möblierte Einzimmerwohnung mit eigener Kochnische und Bad für sich hat. Für eine Person ist das vom Platz her absolut ausreichend, solange man nicht allzu gesellig ist und andauernd mehrere Leute gleichzeitig zu Besuch hat. Da besteht dann doch die Schwierigkeit, für alle einen gemütlichen Sitzplatz zu finden.
Warum ich mich dennoch gegen eine WG entschieden habe, ist einfach erklärt: Ich wusste, dass ich in Leipzig zunächst niemanden kennen würde und dementsprechend mit vollkommen Fremden zusammenleben müsste, hätte ich mich für eine Wohngemeinschaft entschieden. Da ich jedoch von Natur aus gerne viel Zeit für mich habe und mich auch ab und an am liebsten einfach zurückziehe, war es mir sehr wichtig, mein eigenes Reich zu haben und über mich selbst bestimmen zu können, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen.
Die Wahl eines Studentenwohnheims anstelle einer eigenen Wohnung ergab sich zum einen aus dem Preis und zum anderen aus der Unkompliziertheit. Für jemanden, der das erste Mal alleine wohnt und sich noch nicht so recht auskennt, ist es einfach angenehm, im Mietpreis, der übrigens je nach Lage angenehm niedrig sein kann, schon alle wichtigen Kosten wie Wasser, Strom und Internet enthalten zu haben. Außerdem kann man sich bei Fragen und technischen Schwierigkeiten an den Hausmeister wenden und hat somit fast immer einen Ansprechpartner da.
Für das Wäschewaschen gibt es meistens im Keller einen Waschmaschinen- und einen Trockenraum, die – um es vorsichtig auszudrücken – den Ansprüchen genügen sollten, aber nichts Besonderes sind.

Der Gedanke an ein Wohnheim hat mir vor allem auch gefallen, weil ich dachte, dass man dort schnell Leute kennenlernt. Man hat schließlich lauter andere Studenten als Nachbarn. Nun, diese romantische Vorstellung hat sich schnell verflüchtigt und ich musste feststellen, dass das Leben nebeneinander eher anonym verläuft; vielleicht mal ein Grüßen auf dem Flur oder im Fahrstuhl, aber das war es dann auch schon. Interessanterweise laufen einem um drei Uhr nachts hier auch mehr Leute über den Weg, als man sonst den ganzen Tag über im Gebäude antrifft.

Empfehlen würde ich ein Einzelapartment im Wohnheim allen, die etwas Günstiges brauchen, gerne ein wenig Zeit für sich haben, gerade erst von zu Hause ausziehen und deshalb etwas Unkompliziertes suchen, oder nur für einen begrenzten Zeitraum dort wohnen wollen, für die sich also keine aufwendige Einrichtung einer eigenen Wohnung lohnt.

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