Stefanie Hasse im Interview

Text by Inge.

Die Autorin Stefanie Hasse ist unter fleißigen eBook-Lesern schon lange kein Geheimnis mehr, und ihre romantischen Jugendfantasy-Romane haben bereits viele Fans. Jetzt sind ihre Romane der BookElements-Reihe auch als Printversion im Im.press-Verlag erschienen, und wir von Buchstudent haben Stefanie Hasse im Rahmen der Leipziger Buchmesse ein bisschen ausgefragt.

Als was für eine Art Mensch würden Sie sich beschreiben?
Privat oder als Schreiberin? (lacht)

Sagen wir mal beides? Autorin und Mensch?
Als Autorin … gibt es denn da verschiedene Arten? Wir lieben alle Bücher, wir lieben es, Geschichten und Charaktere zu erfinden, und klar fließt immer auch etwas von der Privatperson Stefanie Hasse mit rein. Das lässt sich gar nicht vermeiden!

Haben Sie irgendwelche Macken?
Ich glaube nicht … da weiß höchstens mein Mann irgendwas, aber da sage ich besser nichts drüber! Ich glaube, in der Öffentlichkeit benehme ich mich meistens.

Haben Sie einen Lieblingsautor, der Sie vielleicht auch im Schreiben beeinflusst bzw. dazu inspiriert hat, in Richtung Fantasy zu gehen?
Die Richtung Fantasy war von vornherein klar; ich lese ja auch nur Fantasy und wenn, dann hat mich jeder Fantasy-Autor beeinflusst. Ich liebe aber die Bücher von Jennifer Armintrout. Ich weiß nicht, ob ich davon beeinflusst bin. Ich eifere ihr auf jeden Fall nach, auch wenn ich weiß, dass viele ihre Bücher gar nicht mögen. Ihre Geschichten machen Spaß und unterhalten wunderbar, und das möchte ich auch.

Was ist denn das Beste daran, Schriftstellerin zu sein?
Vor allem als Fantasy-Autorin kann man machen, was man will. Ich habe einfach irgendwelche Gedanken, und … es ist schwer zu beschreiben. Es ist einfach toll, wenn man aus so einem kleinen Funken an Idee etwas Großes machen kann, die die Leute nachher begeistert.

Und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Wir waren im Urlaub in Ägypten, und ich hatte einen großen Stapel Bücher dabei, der war aber nach einer halben Woche ausgelesen. Ich hatte noch von einer Urlaubsbekanntschaft zwei Bücher ausgeliehen, die waren aber auch schnell weg, und dann habe ich nur noch herumgelegen und habe meinem Sohn beim Spielen zugesehen. Irgendwie ist dann die erste Idee entstanden, damals zu „Darian & Victoria“, und abends habe ich die Idee dann grob aufgeschrieben. Was ich damals notiert habe ist so nie ins Buch gekommen, aber das war eben der zündende Funke bei mir.

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Arbeitstag aus?
Es fängt wie bei jedem anderen an: Kinder versorgen und wegbringen (der Kleine geht noch in den Kindergarten) und dann Zuhause : Laptop! Kaffee her! Meistens noch eine Kerze – über die Wintermonate kam das irgendwie dazu, dass ich immer eine Kerze brauche, eine Duftkerze, die neben meinem Arbeitsplatz steht, und dann kommt fast alles von selber.

Haben Sie einen Tipp, um Schreibblockaden zu überwinden?
Pause machen. Auf Zwang geht gar nichts. Mir ging es bisher einmal so, beim aktuellen Manuskript, das muss ich jetzt nur noch überarbeiten, da hing es. Es ging einfach nicht. Ich habe angefangen zu schrieben, und habe es wieder gelöscht. Ich habe dann eine Woche Pause gemacht, nur gelesen – ich glaube ungefähr zehn Bücher – und dann war ich soweit wieder draußen. Dann kamen die Worte wieder. Einfach nicht dran denken! Ich habe mich schon geärgert, weil ich eine Woche nicht daran gearbeitet habe, aber auf Zwang funktioniert es nicht.

Wie wichtig sind Ihnen Lesungen?
Ich mache richtig gerne Lesungen und bin jedes Mal tierisch aufgeregt. Ich bin zwar online sehr vertreten, aber ich treffe auch gerne meine Leser, und gerade auf der Leipziger Buchmesse ist der direkte Kontakt wunderbar.

Wie sind Sie zu der Idee von BookElements gekommen?
Ich lese sehr viel Jugendfantasy und bin auch in sehr vielen Lesegruppen. Dort wird ständig davon geredet, wie schön es doch wäre, wenn dieser oder jener Protagonist – meistens ja die hübschen Jungs – bei einem wäre und man die herauslesen könnte. Und der Folgegedanke war: Es wäre zwar schön, wenn man die alle herauslesen könnte, aber was machen wir denn mit denen? Von da hat sich das weiterentwickelt – irgendwie muss man die also zurückschicken. Gerade in der Fantasy sind die ja nicht ungefährlich!

Wie lange haben Sie an der Reihe geschrieben?
Ursprünglich war BookElements ein Einzelband. In der Zeit, als das Manuskript bei der Programmchefin lag, habe ich „Luca & Allegra“ geschrieben, und dann kam irgendwann: „Das wäre besser als Reihe!“. Wir haben dann BookElements ein klein wenig verändert. Pro Buch habe ich etwa zwei Monate benötigt, ungefähr. Band Zwei und Band Drei habe ich am Stück geschrieben.

Haben Sie eine Lieblingsfigur aus der BookElements-Reihe?
Vor allem Laurie habe ich lieb gewonnen, deswegen hat sie im dritten Teil auch so einen wichtigen Part bekommen. Zuerst war sie ja so unscheinbar, aber während des Schreibens habe ich mir dann gedacht: Da ist doch noch mehr! Doch meine absoluten Lieblinge sind natürlich Lin und Ric. Lin hat einfach viel zu viel von mir um sie nicht zu mögen! Sie reagiert wie ich, und ist auch manchmal nachtragend und zickig.

In den BookElements-Büchern tauchen verschiedene Figuren aus der Literatur auf. Gab es da vielleicht auch eine Figur, die Sie gerne hineingeschrieben hätten, aber nicht konnten?
Ich durfte die bekannteren Figuren – wie zum Beispiel Edward aus Twilight – nicht genauer beschreiben oder tiefergehend verwenden. Erwähnen ja, genau wie die Bücher, aber mehr nicht. Ab Band Zwei habe ich dann die Charaktere von meinen Kolleginnen ausgeliehen, und die haben dann auch tragende Rollen und tauchen nicht nur kurz auf. Man muss da natürlich sehr aufpassen.

BookElements war bisher nur als e-Book erhältlich, und kommt jetzt als gedrucktes Buch heraus. Wie fühlt sich das an?
Wunderbar! Bücher signieren macht auf jeden Fall mehr Spaß als eine E-Mail zu schreiben. Es in der Hand zu halten und ins eigene Regal stellen zu können … Das ist, glaube ich, das Ziel eines jeden Autoren.

Welche Stelle im Buch hat Ihnen beim Schreiben am meisten Spaß gemacht, und gab es eine Szene, die eher schwierig war, auf Papier zu bringen?
Am meisten Spaß gemacht beim Schreiben, haben mir die Dialoge im ersten Teil zwischen Lin und Ric, als sie sich noch gegenseitig an die Kehle gegangen sind, im übertragenen Sinne. Schwer fiel mir vor allem das Ende. Dort alle Handlungsstränge wieder zusammenzuführen, dass war eine Herausforderung. Am Ende war ich dann froh, als alles abgeschlossen war.

Fragen aus der Box unserer unkonventionellen Fragen:

Welchen Film haben Sie als Kind am meisten gesehen?
Als Kind habe ich „Die Unendliche Geschichte“ gern gesehen, damit bin ich ja aufgewachsen (ja, so alt bin ich schon!). Ansonsten … alles von Disney, und ich habe „In einem Land vor unserer Zeit“ auch sehr oft angeschaut.

In welcher Epoche würden Sie gerne einen Tag verbringen?
Oh, alles vor uns war ja so schrecklich und frauenfeindlich. Vielleicht nach Versailles, also in die Schlösser selbst, mit den schönen Kleidern … und für einen Tag hält man es auch aus, wenn man müffelt. Die Epochen damals hatten aber alle irgendwie Nachteile, ich lebe dazu zu gerne im Jetzt. Aber schöne Kleider gab es da! Oder vielleicht auch in die Ritterzeit – aber dann wirklich nur für einen Tag!

Wir danken Stefanie Hasse für das Interview und freuen uns, sie am 19.April in der Lehrbuchhandlung BuMerang an der HTWK Leipzig zu einer Lesung begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen zur Lesung findet ihr auf der Facebook-Seite der Lehrbuchhandlung BuMerang.

DSC04210

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s