Lieblingsplatz: Leipziger Buchmesse

Text by Reni.

Bevor nächste Woche die Leipziger Buchmesse startet, nutzen wir die Zeit, um uns ein bisschen vorzustellen, wie ihr vielleicht schon an unseren Steckbriefen gemerkt habt. Damit ihr nebenbei auch Leipzig ein bisschen besser kennenlernt, erzählen wir euch in dieser Reihe von unseren Leipziger Lieblingsplätzen.

Wie ihr ja in meinem Steckbrief nachlesen könnt, bin ich vor allem auch wegen der Leipziger Buchmesse nach Leipzig gezogen, die noch bis heute mein absoluter Lieblingsplatz hier ist.
Angefangen hatte alles in der neunten Klasse. Meine Freundinnen (alle Manga-Fans) beschlossen, zur Buchmesse zu fahren, und da ich schon damals nur schwer von meinen eigenen Büchern zu trennen war, sollte ich einfach mitkommen. So ging es für uns im März 2007 kurz vor acht vom Bahnhof in Plauen (meiner Heimatstadt) erstmals zur Buchmesse mit dem Zug. Noch heute erinnere ich mich daran, wie voll der Zug war (wir saßen im Einstiegsbereich zu dritt bis fünft auf den Treppenstufen), und an die nervigen Durchsagen des Zugpersonals, die uns aufforderten, von den Türen zurück zu treten (einen weiteren Triebwagen an Tagen wie diesen anzuhängen, wäre natürlich zu viel Aufwand gewesen – wer könne bei der Bahn schon vorausahnen, dass an solchen Tagen eventuell mehr Leute nach Leipzig fahren wollen). Schon damals war die Buchmesse an Samstagen voll, wenn auch nicht so voll wie in den letzen Jahren, und schon damals waren wir erstaunt, wer sich so alles dort rumtreibt. Im Laufe des Tages zog mich immer wieder die Leseinsel Fantasy in Halle 2 wie magisch an und irgendwann wollte ich dort einfach nicht mehr weg. Hier begegnete ich auch Kai Meyer, dessen Bücher ich in den folgenden Jahren verschlingen würde, sowie Markus Heitz, dessen Vorlesestimme mich noch heute mitfiebern lässt, obwohl mir seine Bücher etwas zu brutal sind.
Bis zu unserem Abschluss 2010 wurde unsere Fahrt zur Buchmesse ein festes Ritual. Auch die nächsten 2 Jahre fuhr ich noch zur Buchmesse, wenn auch alleine, bevor ich 2013-2014 aus persönlichen Gründen nicht fahren konnte. Im Sommer 2014 beendete ich meine Ausbildung und beschloss, nach Leipzig zum Studium zu ziehen (ich studierte vor der HTWK noch ein Jahr Anglistik an der Uni Leipzig). Seit 2015 arbeite ich für die Leipziger Messe und bin seitdem beruflich dabei, als Forenbetreuerin der Leseinsel Fantasy – eine Position, die ich hoffentlich dieses Jahr wieder besetzen darf (drückt die Daumen!).

Was ich an der Messe so liebe? Vor allem die Vielfalt der Bücherwürmer, die sich vier Tage lang auf dieser Messe tummeln. Auch die Möglichkeit, seinem Lieblingsautor bei einer Lesung lauschen zu dürfen, finde ich immer wieder großartig. Bis heute halte ich mich am liebsten auf der Leseinsel Fantasy auf, weil dort fast alle meiner Lieblingsautoren zu finden sind. Obwohl dort die meisten Lesungen abgehalten werden und man am längsten an diesem Stand arbeiten muss, melde ich mich immer wieder freiwillig dafür, denn wo sonst kann man Arbeit und Vergnügen besser kombinieren?

Meine kurioseste Geschichte zur Buchmesse? Die Leseinsel Fantasy wird vom Team von WerkZeugs mit betreut, die einen Großteil der Lesungen mit organisieren, sowie den Signierbereich und den gegenüberliegenden Bücherstand betreuen. Deren Team ist einfach super nett und „easy to work with“, wie man so schön sagt. Im Laufe der vier Tage lernte ich einige von ihnen besser kennen, die anderen kannte man nur vom sehen.
Als dann im Herbst das Studium an der HTWK losging und wir in der Einführungswoche frühs eine Führung durch die Bibliothek hatten, war ich die erste und wartete auf meine Kommilitonen, von denen ich ja kaum jemanden kannte. An dem Morgen kommt mir ein Mädchen entgegen und ich denke die ganze Zeit, die kennst du doch. Da sie den gleichen Ausdruck im Gesicht hatte, kamen wir bald ins Gespräch und versuchten rauszubekommen, woher wir uns so bekannt vorkamen, denn ihr ging es genauso. Nach einer gefühlten Stunde fiel uns erst ein, dass wir ein halbes Jahr zuvor auf der Buchmesse am gleichen Stand gearbeitet hatten (sie als Teil von WerkZeugs). So kann es einem manchmal gehen…

Der Nachteil an meinem Lieblingsplatz? Leider findet die Leipziger Buchmesse nur einmal im Jahr vier Tage lang statt, doch ich glaube, die Wartezeit lässt mich diesen Platz einfach nur noch mehr mögen – das ist wie bei Büchern, auf die man ewig wartet – die Vorfreude steigert die Liebe.

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