Das erste Semester – ein Rückblick

Text by Marie.

Semesterferien. Ein Glück. Der Prüfungsstress ist vorbei und wir können endlich den Ersti-Hut abnehmen. Ja, am 04. April starten wir als erfahrene Zweitsemester erfrischt ins nächste halbe Jahr Studienwahn. Das anfängliche Neue ist zur Routine, zum Alltag geworden. Es ist an der Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen und euch zu erzählen, wie wir das erste Semester erlebt und überlebt haben.

In unserer ersten Woche waren für uns klassischerweise die Ersti-Tage zur Einführung vorgesehen. All die Informationen zur studentischen Mitbestimmung, den Prüfungen, den Profs und der Bibliothek prasselten auf mich ein. Am Ende blieb in meinem siebartigen Hirn nur die Musik hängen, die in den Pausen von unserer Tutorin gespielt wurde – Mumford and Sons. Die tausend Fragen, die mir danach noch im Kopf schwirrten, konnten sich aber auch gut mit sämtlichen Broschüren aus dem Ersti-Beutel, den Tutoren und den neu geknüpften Bekanntschaften, deren Namen zunächst eine einheitliche Masse aus Annas und Lisas waren, beantworten lassen.

Danach ging es auch schon los mit der wilden Fahrt durchs erste Semester. Naja, wild war der schulische Part eher weniger. Viel mehr geregelt und vorbestimmt. Insgesamt belegten wir sechs Fächer und zwei freiwillige Tutorien, die in einem festen Stundenplan mit Vorlesungen und Seminaren geregelt wurden. Besonders interessant waren die Vorlesungen Buchhandel und Verlagswirtschaft bei den Professoren Biesalski und Hartmann, da diese ganz konkret auf unsere spätere Arbeit in der Buchbranche abzielten. Wir lernten viel und vor allem praxisbezogen, da beide Experten langjährige Erfahrung auf dem Gebiet haben. Zusätzlich boten sie Vorträge von Branchenkennern im Rahmen einer Ringvorlesung an, die uns tiefere Einblicke in die Arbeit von Literaturagenten und Verlagsberatern gewährten.
Und auch die restlichen Fächer ließen sich gut bewältigen, da nach den Lehrveranstaltungen an der Hochschule viel Zeit für persönliche Nachbereitung war. Oder eben für den wilden Part des ersten Semesters. Ja ja, als Student lebt es sich eben zeitweise wie Gott in Frankreich, zumindest was die Freizeitgestaltung angeht. Von Kino über Studentenpartys bis hin zu exzessiven Seriensuchtnächten mit anschließendem Schönheitsschlaf bis mittags um zwei konnten wir mehr oder weniger tun und lassen was wir wollten (bzw. was unser BAföG hergab). Bis uns Anfang Januar die Realität brutal vor die Füße geworfen wurde. „So liebe Studenten, in vier Wochen steht die erste Prüfung an und danach folgen vier weitere innerhalb von drei Wochen. Ach, und eine Hausarbeit sollen Sie auch noch abgeben“. Uff, jetzt ging der Prüfungsstress los. Neben den Vorlesungen und Seminaren fing man also an, für die bevorstehenden Prüfungen zu lernen. Ich persönlich war besonders aufgeregt, da es mein erstes Studium ist und ich keine Ahnung von Prüfungen an Hochschulen hatte. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es mit regelmäßiger Anwesenheit bei den Lehrveranstaltungen und einem einigermaßen disziplinierten Lernplan sehr gut zu schaffen ist. Vielleicht kann man es, was den Lernaufwand angeht, in gewissen Punkten mit dem Abitur vergleichen.

Und damit sind wir in der Gegenwart und wieder bei einem gottähnlichen, französischen Zustand. Mit Vorfreude auf die Buchmesse ist der Alltag gefüllt und weit weg ist der Gedanke an die Rückkehr an die Hochschule im April. Und doch sehe ich mich schon am Sonntagabend in einigen Wochen, wie ich meine Tasche für den bevorstehenden ersten Unitag packe und mich freue, all die neuen Freunde wiederzusehen, sich mit ihnen über verspätete Trams aufzuregen und den wunderbarsten Studiengang der Welt gewählt zu haben.

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