Star Wars: Imperium in Trümmern

Text by Niklas.

Was Star Wars anbelangt, bin ich ja ein Imperialer Fanboy. So ist meine große Freude wohl nachvollziehbar, als ich vor kurzem im Zeitungsladen versteckt den Helm der Sturmtruppen aus dem Regal gucken sah. In den USA erschienen als vierteilige Miniserie, versprach „Imperium in Trümmern“, die Zeit zwischen den Episoden VI und VII mit Geschichten zu füllen. Laut Klappentext sollten insbesondere die weiteren Vorgänge im Imperium nach dem Tode Palpatines beleuchtet werden.

Bei den Zeichnungen wurden schon einmal offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut, hier war sichtbar die Oberliga der Künstler am Werke. Die Story erzählt in Episodenform weitere Abenteuer der bekannten Protagonisten unmittelbar nach der Schlacht von Endor. Die neue Figur der Rebellen-Pilotin Shara Bey führt den Leser dabei als Leitfaden durch die verschiedenen Teile. Und leider bleibt es über weite Strecken dabei. Nicht dass diese schlecht erzählt wären, aber das Expanded Universe bietet  in dieser Hinsicht schon tonnenweise Material. Selten hingegen sind Einblicke in die andere Fraktion des galaktischen Bürgerkriegs, so wie der von vielen Fans hochgelobte Admiral-Thrawn-Zyklus es vormachte.

Das aber wünsche ich mir, ich will wissen, warum so viele den Bösen folgten, ihren Armeen beitraten, was Menschen wie General Hux im neuen Film bewegt, selbst dreißig Jahre später noch fanatisch zu kämpfen. Die Wiederbelebung des Franchises hätte so viele Möglichkeiten für unbekannte Einblicke geboten, und das Machtvakuum nach Endor eröffnet eigentlich ein äußerst spannendes Feld für neue Geschichten. Welch großartige Erzählungen über Intrigen zwischen den verbliebenen getreuen Admiralen, über letzte Kämpfe ernüchterter Kommandeure und auch über die Keimzellen der First Order hätten in Szene gesetzt werden können! Stattdessen zaubern die Bösen nur neue Superwaffen aus dem Ärmel, und natürlich braucht es wieder bekannte Helden, die nur im Alleingang dagegen etwas ausrichten können. Insgesamt wirken diese Schilderungen aber einfach unnötig und eher bemüht.

Das Comic versucht mehr oder weniger, alles schon Gesehene irgendwie noch einmal zu verwerten, und anstatt wirklich die Geschichte fortzuschreiben oder wenigstens Experimente zu wagen, dreht es sich im Kreis.  So bleibt „Imperium in Trümmern“ nur ein mittelklassiger Zusatzinhalt zur bekannten Action ohne echte Substanz. Hübsch, aber bedauerlicherweise verzichtbar.

Star Wars: Imperium in Trümmern. Greg Rucka, Marco Checchetto, Panini-Verlag 2015. 12,99€

 

Star Wars: Das Erwachen der Macht
Nominierungen Oscars 2016: Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bester Schnitt, Beste visuelle Effekte

swendf

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